Suche
Loading

Die Zeitschrift

Für Abonnenten

 


Kurznachrichten

 

Hessisches LSG 29.10.2013, L 3 U 28/10

"Tennisarm" bei Arbeit mit Computermaus ist keine Berufskrankheit

Eine Erkrankung des Ellenbogengelenks bei häufiger Benutzung einer Computermaus stellt keine Berufskrankheit i.S.d. BK-Nr. 2101 dar. Gefährdende Berufstätigkeiten in diesem Sinne sind nur solche, die eine kurzzyklische feinmotorische Handarbeit bei achsenungünstiger Auslenkung des Handgelenks beinhalten. Kurzzeitiges Scrollen sowie Klicken mit rechter oder linker Maustaste erfüllt diese Voraussetzungen nicht.

Der Sachverhalt:
Der in der Versicherungsbranche tätige Kläger war ab 2005 mit häufiger Computerarbeit betraut. Seine Hauptaufgabe bestand im Ausfüllen komplexer Datenlisten am PC unter Bedienung einer Computermaus. Diese Arbeit erforderte permanente Bewegungen über die Maus.

2007 diagnostizierte ein Arzt aufgrund von Schmerzen des Klägers am rechten Ellenbogen, Unterarm und Handgelenk u.a. eine Epicondylitis ("Tennisarm"). Die beklagte Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung der Erkrankung als Berufskrankheit (BK) mit der Begründung ab, die Tätigkeit des Klägers stelle keine Gefährdung i.S.d. angezeigten BK-Nr. 2101 dar.

Mit der Klage machte der Kläger geltend, seine Epicondylitis sei durch die Arbeit mit der PC-Maus ausgelöst und immer wieder verschlimmert worden. Die Verhältnisse am Arbeitsplatz seien nicht ergonomisch gewesen.

Die Klage blieb sowohl vor dem SG als auch vor dem LSG erfolglos.

Die Gründe:
Die Arbeit mit einer Computermaus erfüllt die arbeitstechnischen Voraussetzungen für die Berufskrankheit (BK-Nr. 2101) nicht.

Voraussetzung für eine BK-Nr. 2101 ist eine kurzzyklische, feinmotorische und sich ständig wiederholende Tätigkeit, bei der es zu einer achsenungünstigen Auslenkung des Handgelenks mit teilweise hoher Kraftanwendung kommen kann.

Ein "Tennisarm" ist zwar grds. eine als BK in Betracht kommende Erkrankung; die Benutzung der PC-Maus verwirklicht jedoch nicht die in diesem Fall beachtlichen Risikofaktoren. Die Arbeit mit der frei beweglichen Maus erfolgt weder mit dauerhafter starker Repetitivität noch mit achsenungünstiger Haltung des Handgelenks. Der Kraftaufwand bei der Bedienung ist darüber hinaus minimal und zu vernachlässigen. Ein Zusammenhang zwischen Tätigkeit und Erkrankung ist nicht feststellbar.

Linkhinweis:
Für den in der Landesrechtsprechungsdatenbank Hessen veröffentlichten Volltext der Entscheidung klicken Sie bitte hier.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 14.03.2014 14:26
Quelle: Landesrechtsprechungsdatenbank Hessen

zurück zur vorherigen Seite

Kostenloses Probeabo

 

Zeitschrift für Arztrecht, Krankenhausrecht, Apotheken- und Arzneimittelrecht.

jetzt testen!

Top-Produkt

 

Martis/Winkhart, Arzthaftungsrecht, 4. Auflage

Anhand alphabetisch geordneter Fallgruppen erschließt  Ihnen dieses einzigartige Standardwerk wieder systematisch die unübersichtliche Kasuistik des gesamten Arzthaftungsrechts: materiellrechtlich und prozessual.
Inklusive Patientenrechtegesetz!

 

jetzt bestellen!

Top-Produkt

 

Hill/Schmitt, Medizinprodukterecht (WiKo)

Hier wird das Medizin- produkterecht aus Sicht der Praxis kommentiert. Das heißt, soweit Interpretationsspielräume noch vorhanden sind, werden sie unter wirtschaftlichen Aspekten und unter Berücksichtigung der neuesten Rechtsprechung praxisgerecht erläutert.

jetzt bestellen!