BGH, Beschluss v. 30.06.2015 – 5 StR 71/15

Medizinprodukte, wie Zahngold, werden durch Totenruhe § 168 Abs. 1 StGB geschützt

Zum Körper eines Menschen gehören auch künstliche Körperteile, wie das Zahngold, die durch Einbeziehung in die Körperfunktion des Trägers ihre Sachqualität verloren haben und nicht ohne Verletzung der Körperintegrität entfernt werden können; sie genießen damit ebenso das besondere Persönlichkeitsrecht am Körper wie die natürlichen Körperteile. (Literatur Zitate) Indem diese Gegenstände als dem Körper zugehörig empfunden werden, erstreckt sich auch auf sie das Gefühl der Verbundenheit und Pietät.

Entsprechend könnte auch der Herzschrittmacher zur sog. Asche zählen und müsste in der Urne ebenso aufbewahrt werden wie etwa Knie- oder Schultergelenke.

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Verlag Dr. Otto Schmidt vom 08.01.2016 16:43
Quelle: WiKo-Rechtsprechungsreport

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